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Die
Arbeit >late night show< ist geprägt von Betrachtungen über
die Beziehung zwischen Publikum und Künstler. Technisch äußerst
einfach, besteht sie aus einem Fernseher, an dem eine Videokamera angebracht
ist. Auf dem Bildschirm sieht man die Künstler der Gruppe humancontrol
in einem wohnzimmerartigen Ambiente beim Fernsehen. Ihr Fernsehgerät
überträgt das von der Videokamera aufgezeichnete Geschehen im
Ausstellungsraum. Der Betrachter sieht also nicht nur die Künstler
beim Beobachten eines Fernsehers, sondern ist auch mit seinem eigenen
Abbild konfrontiert, das seinerseits bereits von den Künstlern betrachtet
wird.
>late night show< handelt letztlich von
der Instabilität überlieferter Begriffe auf dem Feld des Sehens,
z.B. von der Repräsentation und der Reflexion, von der Darstellung
und dem Betrachter. Deshalb spiegelt sie auch ihre eigene Konzeption wider,
die auf der Analyse des Verhaltens von Ausstellungsbesuchern vor Videoprojektionen
basiert. Der Betrachter, Objekt künstlerischen Interesses, wird so
vom Adressaten zum Ursprung und Ausgangsmaterial künstlerischer Arbeit.
In diesem Rückkopplungssystem ist der Besucher nicht mehr ausschließlich
externer Betrachter, sondern Teil des künstlerischen Prozesses. Die
eigentliche Frage dieser spiegelartigen Installation formuliert sich währenddessen
im Betrachter, ausgelöst durch nichts als eine leichte Wahrnehmungsverschiebung.
Susanne
Prinz
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