Jakub Moravek, Jahrgang 1971, geboren und aufgewachsen in der Tschechischen Republik, der damals sozialistischen CSSR. Anfang der 90er Jahr ging Jakub Moravek nach Deutschland und studierte dort Kunst. Er gehört noch zu jener Generation, die hinter dem Eisernen Vorhang aufgewachsen ist und für die die Deutsch-Tschechische Grenze praktisch unpassierbar war. Die Grenze war eines der greifbarsten Symbole für die politische Aufteilung der Welt in ein West und Ost und die damit verbundenen Restriktionen und Kontrollmechanismen des Systems.

Zum ersten Mal nach seinem Umzug ins Ausland stellt Jakub Moravek mit TRANSIT eine Arbeit in seiner Heimatstadt Prag aus. Die Videoinstallation TRANSIT, die für die Ausstellung SPACE CAMP realisiert wurde zeigt, wie sich der Künstler vier Tage vor der Ausstellungseröffnung im Kofferraum eines Autos von Deutschland aus illegal über die Deutsch-Tschechische Grenze nach Tschechien transportieren lässt. Diese offensichtlich sinnlos riskante Aktion, die nach der Öffnung der Grenzen in einem vereinten Europa geradezu absurd erscheinen muss, zeigt die persönliche Geschichte des Künstlers und seiner Generation. Gleichzeitig reflektiert die Videoinstallation die Willkürlichkeit und Beliebigkeit gewisser politischer und sozialer Systeme.